Hausmusik

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Hausmusik ist wohl mit über 6000 capella-Partituren das größte Archiv für Noten im capella-Format. Die schweizer Seite wird von Andreas Heertsch betrieben. Die Sammlung basiert auf der ehemaligen capella Partiturbibliothek des capella-software-Herstellers WHC. Diese musste wegen Problemen mit dem Urheberrecht aus dem Netz genommen werden und so entstand die Seite für Freunde der Hausmusik, welche die Sammlung in großen Teilen übernahm. Im Notenregal von Hausmusik finden Sie ausschließlich klassische Musik. Die Spanne reicht vom Klavierstück über Kammermusik und Chorwerke bis hin zu Symphonien und umfasst alles von der Renaissance bis zur zeitgenössischen Musik. Wobei wie überall die großen Komponisten des gerade vergangenen Jahrhunderts aus urheberrechtlichen Gründen nicht vertreten sind und die zeitgenössischen Komponisten des Archivs eher zu den weniger renommierten Komponisten unserer Zeit gehören. Das einzige, was dieser Seite fehlt ist eine Suchmaschine, denn die Noten sind nach Komponisten alphabetisch sortiert und wer nach Besetzung sucht ist in dieser umfangreichen Sammlung aufgeschmissen. Dass solch eine Suchmaschine bereits in Planung ist können Sie u.a. aus dem Interview mit Andreas Heertsch erfahren!

Andreas Heertsch im Gespräch

JMvV: Seit einiger Zeit betreiben Sie eine Seite für Freunde der Hausmusik! Seit wann genau?
Andreas Heertsch: Als WHC seine Capella-Datenbank wegen Lizenzproblemen vom Netz nahm, fand ich das schade und habe angeboten, diese Datenbank auf meine Seiten zu übernehmen. Verständlicher Weise hielt sich WHC in dieser Sache sehr bedeckt. Aber mit Hilfe von verschiedenen Capella-Benutzern und meinen eigenen CD's kamen wir dann doch auf den damaligen Stand.
JMvV: Auf dieser Seite gibt es mehrere tausende capella-Partituren zum freien Download. Wieviele sind es denn nun wirklich?
AH: ca. 6300 cap-Files von 1900 Komponisten, zusammen 110 MByte (Tendenz: steigend)
JMvV: Sind Sie selbst Musiker?
AH: Leider nein - jedenfalls kein Berufsmusiker. Der Name unserer Seiten ("www.hausmusik.ch") weist schon auf meine musikalische "Position"
JMvV: Haben Sie besondere musikalische Vorlieben?
AH: Im Herbst werde ich einen Kompositionskurs belegen, da freue ich mich schon darauf.
JMvV: Ihre Seite ist auf der Suche nach bestimmten Noten im capella-Format eine der ersten, die man durchforstet! Wieviele Besucher besuchen denn pro Tag im Schnitt Ihre Seite?
AH: Hoppla, bin selber überrascht: mehr als 200 Besuche/Tag mit (im Mai) 6GB Transfervolumen über das Netz.Das hängt wohl damit zusammen, das viele gleich das ganze Archiv herunterladen...
JMvV: Gehört Ihr Archiv zu den sich ständig erweiternden oder ist es eine abgeschlossene Sammlung?
AH: Wenn jemand etwas komponiert oder gescant hat (Komponist 70 Jahre tot!), nehme ich es gerne hinzu. Bei Kompositionen zusätzlich ein *.txt -File mit Angaben über Komponisten und Werk.
JMvV: Sind weitere Neuerungen in Arbeit?
AH: Die Seiten haben eine Schwäche: Man kann in ihnen nicht gut suchen. Wenn man weiss, was man will, kann man schnell nachsehen. Aber wenn man z.B. nach Instrumenten oder Stimmen suchen will, dann geht das nicht.
Ich möchte eigentlich ein anständiges Suchverzeichnis erzeugen, indem ich alle *.cap files per Python analysiere und die Ergebnisse als Datenbank anbiete. Aber die Python-Programmiererei ist so aufwändig, dass ich bisher immer wieder resignieren musste (Als Hobby-Projekt ist die Priorität leider viel zu niedrig).
Vielleicht wäre es auch schlauer, die Dateien alle in Midi-Files umzuwandeln. Capella wirbt ja mit der neuen Version (die ich angeichsts der Kosten (laufende Servermiete...) mir noch nicht leisten konnte), das das verlustfrei(?) hin und her gehen soll. Dann wären die Dateien von Capella unabhängig auch für andere Systeme lesbar.
Also wenn jemand Freude hat, dies Projekt mit zu unterstützen, dann würde manches sicher ein Stück weiterkommen.

Juni 2005

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